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Solidaritätsbekundungen

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Liebe Frau Forster

Ich bin wie Ihr alle empört über das Verhalten von Kardinal Ratzinger und finde Eure Argumente bezüglich Rechtsstaat und röm. kath. Kirche sehr treffend. Für eine solche Kirche ist ein Vorzugsstatus im Rechtsstaat nicht mehr angebracht. Gibt es eine Möglichkeit, die Kirche im öffentlichen Recht einzuklagen? Ich trage mit Euch und möchte auch gerne weiterhin auf dem Laufenden bleiben. Gibt es Möglichkeiten für mich und andere Menschen, wie wir Euch unterstützen können?

Hier ist der Brief, den ich an die Schweizerische Bischofskonferenz geschrieben habe:

"Sehr geehrte Leitung der römisch-katholischen Kirche,

ich habe dank Menschen mit offenem Geist und Herzen in der römisch-katholischen Kirche viele befreienden,, aufbauenden Erfahrungen gemacht und durch viele öffnenden Begegnungen Liebe erfahren. Ich bin sehr dankbar, wie ich mich oft ganz unerwartet Gott sehr nahe spürte. Ich kann nun nicht mehr stillschweigend mitansehen, wie die Leitung dieser Kirche nicht bereit ist, sich zu öffnen, um endlich in folgenden Bereichen das Leben und die Liebe fliessen zu lassen:

Priester sollen frei sein zölibatär oder in einer Beziehung mit einer Frau oder einem Mann zu leben.

Frauen sollen frei sein den priesterlichen Dienst auszuüben.

Ich bin tief davon überzeugt, dass abgesehen von Machtfragen und kircheneigenen Komplexen kein Hindernis da ist, dies zuzulassen. Die aktuellen Regeln entspringen einem eigenen engen theologischen Denken der Kirche und sind für mich im Widerspruch mit dem Wirken und der Weite des Seins Gottes.

Das totalitäre Hierarchiesystem (Gehorsam und Unterwerfung) bis hin zur momentanen Form der Ausübung der Rolle des Papstes ist für mich unvereinbar mit der frohen befreienden Botschaft, die mir in Jesus entgegenkommt.

Viele Gottesdienste, die ich mitfeierte, waren geprägt von theologischen "Formeln", Hektik und einem moralischen "Hinterton", die mich befremdeten und abstossten. In den traditionnellen Gottesdiensten mangelt es sehr an wirklicher spiritueller Nahrung.

Die Kirche hat (wie Teile der Gesellschaft auch) tatsächlich selber ein Problem mit der Sexualität. Bevor - und wenn überhaupt - sie eine Moral aufstellen darf, soll sie sich zuerst mit ihrer eigenen negativen Fixierung auf ihr auseinandersetzen und sich um eine konstruktive Beziehung mit der Sexualität als wunderbare Lebenskraft bemühen.

Ich stelle mich nun ganz auf die Seite der Menschen, die an und unter dieser Kirche leiden. Ich bin wütend und sehr enttäuscht darüber, dass trotz der Oeffnung des 2. Vatikanischen Konzils die Kirchenleitung nicht wirklich diesen Weg weitergeht. Ich werde deshalb mein Engagement und meine Kirchensteuern nicht mehr der offiziellen Kirche geben, sondern ganz gezielt dem Teil der Kirche zukommen lassen, der diese Oeffnung wirklich sucht und lebt."

Ich denke an Euch alle und hoffe, dass wir einen Schritt weiterkommen.

Liebe Grüsse

Stéphane
-französische Schweiz-

(Name und Adresse der Redaktion bekannt)


Von: KEN STITES [mailto:teristites@msn.com]
Gesendet: Sonntag, 22. September 2002 03:01
An: emmeloord@utanet.at
Betreff: Solidarity

It is about time. I have vowed not to participate in any church who excludes women from the priesthood. I believe it is a calling and any church who does not listen to this calling is going against their very principles. I come from 6 generations of Irish Catholics there are many priests and nuns in my family. Yet.myself and my 4 sisters feel the same way until the church excepts women they have lost us. Theresa Marie Stites


Liebe Frau Dr. Gisela Forster,

an der Feier der Priesterinnenweihe bewahren wir dankbare Erinnerungen. Daran teilzunehmen haben wir erlebt als ein besonderes Vorrecht.

Das Buch "Wir sind Priesterinnen" bietet eine eindruchsvolle Verantwortung. Auch Ihr Zeugnis darin hat uns sehr getroffen. Das prophetische Ereignis vom 29. Juni 2002 kann man nicht mehr einfach verschwinden lassen aus der Kirchengeschichte.

Wir hatten die Gelegenheit, in Linz einige Frauen aus Ihrer Gruppe kennenzulernen. So haben wir einiges vernehmen können über die schimpfenden Bischöfe. Wir verfolgen die weiteren theologischen Reaktionen.

Was Sie über Bischof Romulo Braschi berichtet haben, war unentbehrlich für wahrheitsgemäße Informationen.

Der "Vaticanista" John Allen, der anwesend war auf dem Donauschiff und der Pressekonferenz in Suben, hat vor zwei Jahren einen Artikel geschrieben in "National Catholic Reporter", June 2,2000, den ich Ihnen zusende. In "These paths lead to Rome" beschreibt er, wie sechs Kardinäle in Latein Amerika kollaborierten mit der militärischen Diktatur, und deswegen Kurienkardinäle geworden sind.
Prälaten dieser Art haben damals Romulo Braschi eliminiert und versuchen es heute aufs neue. Von diesem kirchenpolitischen Hintergrund aus ist begreiflich, warum die Römischen Herren so scharf agitieren gegen Romulo Braschi.

Der offizielle Report über 30 000 "desaparecidos" (verschwundene Personen) hat als Titel "Nunca mas. Informe de la comision nacional sobre la desaparicion de personas", Buenos Aires 1984 (englische Übersetzung: Nunca. mas. A Report by Argentina's National Commission on Disappeares People, Faber and Faber Publishers). In der an diesen Report zugefügten Liste mit 1351 Namen von (Mit)schuldigen ist u.a. Pio Laghi, Nuntius 1974-1980 in Buenos Aires aufgeführt. Die damalige Haltung Romulo Braschis verdient großen Respekt, das Vorgehen der sechs Kurienkardinäle verdient kirchliche (und weltliche!) Bestrafung. Aber Rom hat entgegengesetzte Kriterien.

Wir wünschen Ihnen dauerhafte Energie und Inspiration für Ihre Arbeit als Priesterin in der VIRTUELLEN DIOEZESE.

Und zwar auf neuen Wegen, wie Rose Hodson Wilkon sagte: "Women, when we get there, we are not going to be the clones of male priests" (W.O.W. conference, Dublin 30. Juni 2001)

Freundliche Grüße
R.u.A.v.E.

(Name und Adresse sind der Redaktion bekannt. Das Schreiben kommt aus den Niederlanden und bezieht sich auf die "Cover Story" vom June 2, 2000, Nathional catholic Reporter: John L. Allen jr.)


Sehr geehrte Damen,

Herr Oswald Stein hat im Namen unsrer Gruppe "Wir sind Kirche" im Bistum Limburg den zu Ihrer Information beigefügten Brief nach Rom geschickt.

Viele Grüße

Hansjürgen Dörr

H. u. H. Dörr, Erzgebirgstr. 26, 65520 Bad Camberg
Tel.: 06434 / 6804 Fax: 06434 / 900 610
e-Mail: Hansjuergen.Doerr@t-online.de

KirchenVolksBewegung
"Wir sind Kirche" im Bistum Limburg
Kontaktadresse:
Oswald Stein
Lerchenweg 2a
61462 Königstein
Tel. +49 (06174) 2 13 69
"Wir sind Kirche im Bistum Limburg. c/o Oswald Stein. Lerchenweg 2a, 61462 Königstein
[Spendenkonto:] ,,Wir sind Kirche" im Bistum Limburg
Konto 3 726 019 133 bei der
Limburger Volksbank
(Bankleitzahl 511 900 00)
Königstein, den 2.9.2002
Congregatio Pro Doctrina Fidei
c.o. Joseph Kardinal Ratzinger
Palazzo del S. Ufficio
I-00120 Citta del Vaticano
Sehr geehrter Herr Kardinal,
Mit großer Betroffenheit haben wir die Erklärung der Kongregation für die Glaubenslehre vom 10. Juli 2002 über die zu Priesterinnen geweihten Frauen zur Kenntnis genommen. Man hat nicht ein Gespräch im christlichen Geist mit ihnen gesucht, sondern ist mit der Keule der Exkommunikation gegen sie vorgegangen. Dabei fällt auf, daß die römische Erklärung im wesentIichen juristisch argumentiert. Kann es sein, daß auch die Glau- benskongregation erkannt hat, daß die Argumente gegen die Zulassung von Frauen zu den Weiheämtern theologisch nicht tragfähig sind?
Aber selbst die juristische Begründung ist zweifelhaft. Auch wenn es zutreffen sollte, daß Bischof Braschi ein Schismatiker ist - nach seinem Selbstverständnis ist er das nicht - , so heißt das auch nach kirchlicher Lehre nicht, daß seine Weihe ungültig ist. Der Katechismus der KathoIischen Kirche von 1993 erklärt in Artikel 1582: "Das Weihe- sakrament verleiht ein unauslöschliches geistiges Zeichen." Zwar heißt es in dem darauf folgenden Artikel: "Ein gültig Geweihter kann aus angemessenen Gründen der Verpflichtungen und Ämter enthoben werden, oder es kann ihm verboten werden, sie auszuüben." Doch wird gleich hinzugefügt: "Er kann aber nicht wieder Laie im eigent- lichen Sinn werden, denn das durch die Weihe eingeprägte Mal ist unauslöschlich. Die Berufung und Sendung, die er am Tag seiner Weihe erhalten hat, prägen ihn für immer." Das bedeutet doch wohl: Auch eine von der kirchlichen Obrigkeit verbotene Weihe- handlung ist gültig, wenngleich ein Verstoß gegen das kanonische Recht.
Besonders schockierend in der Erklärung der Glaubenskongregation ist die Formulie- rung, die Weihe der Frauen stelle "einen schweren Verstoß gegen die göttliche Ver- fassung der Kirche dar." Wie kann man von einer "göttlichen Verfassung der Kirche" reden? Eine Verfassung ist immer etwas von Menschen Geschaffenes. Ist es nicht ein Verstoß gegen das zweite Gebot des Dekalogs, wenn Menschenwerk als göttlich bezeichnet wird?
Die Erklärung fordert von den geweihten Frauen, sie müßten "Reue bekennen und um Verzeihung bitten für das bei den Gläubigen verursachte Ärgernis." Uns scheint, diese Forderung müsse man angesichts ihres höchst unchristlichen Verhaltens an die Kongregation für die Glaubenslehre richten.
Mit freundlichen Grüßen
Oswald Stein
Für "Wir sind Kirche" im Bistum Limburg

Gesendet: Donnerstag, 26. September 2002 09:03
An: Priesterinnen
Betreff: Lebt oder stirbt die römisch katholische Kirche

26.9.2002
Liebe Priesterinnen!

Wenn die römisch katholische Kirche über-leben kann, dann wird sie das den Frauen verdanken, nicht den dienenden sondern den Streitbaren, die sich auch als Frauen und weiblich annehmen können, wenn sie sich Schreiduelle mit uneinsichtigen Kirchenoberen liefern.

Ich hoffe nur, daß bei einer Wandlung der Kirche diese Frauen dann auch wertgeschätzt werden und ihre Verdienste nicht unter den Tisch gekehrt werden, wie das ja in der Bibel gang und gebe ist.

Vielen Dank für Ihren Brief

Viel Mut, Kraft und liebe Grüße
M.K.

(Name und Adresse der Redaktion bekannt)


Gesendet: Donnerstag, 26. September 2002 10:24
An: priesterinnen@utanet.at
Betreff: gewonnen?

Hallo,

herzlichen Dank für den mutigen Schritt, die Weihe zu vollziehen. Damit darf ich leben. Ich finde es ist für meine Kirche ein wichtiger Schritt vorwärts. Auch weil jetzt weitere Männer in der Kirche veranlasst werden sich zu bewegen. Jede dieser Bewegungen ist ein Gewinn für uns alle.

Aber "GEWONNEN", so wie sie es im Newsletter 02/2002 schreiben? Das hört sich in meinen Ohren sehr nach dem "ewigen" und verbissen Wettstreit unnter Männern an. Und dabei geht es uns auch immer darum VerliererInnen zu bestimmen.

In Nächstenliebe

G. Paaßen, BRD

(Anmerkung der Redaktion: Lieber Herr Paaßen! Bei uns werden alle gewinnen! Es geht nicht um den Kampf gegen Menschen, sondern gegen ein unsinniges Wort in einem Kirchengesetz: MENSCH statt MANN!)


Gesendet: Donnerstag, 26. September 2002 19:54
An: Priesterinnen
Betreff: Re: Newsletter 02/2002

Ich möchte Euch danken für Eure Entscheidung, Euren Weg, Euer Tun - und auch für Euren News-Letter.

Alles Gute,
B. Wagnleithner


Gesendet: Freitag, 27. September 2002 09:18
An: priesterinnen@utanet.at
Betreff: Ihr mail vom 25.09.02

Liebe ?Nicht-Mutlose?
Eshatmich sehrgefreutzulesen, dassBewegunginihreBemühungenkommen?
IsteseinkleinerFortschrittoderschoneingroßer???
Aberegal,esisteiner?esfreutmichsehr?
VonmirundmeinerFamilie,alleUnterstützung,dieSiesichwünschen.
MitFreudeimHerzenkannichmichheuteverabschieden?

C.Rollinger


BRIEF AUS MEXIKO:

Gesendet: Freitag, 27. September 2002 18:23
An: priesterinnen@utanet.at
Betreff: Good day from Tijuana, México

Good day, My name is Patricia. I want to know if you have more
information available in english. Thank you very much Paty (Anmerkung
der Redaktion: Vielleicht finden sich ein paar Leserinnen oder Leser,
die unsere Briefe in Fremdsprachen übersetzen, wäre schön!)


BRIEF AUS BRASILIEN

Gesendet: Freitag, 27. September 2002 20:31
An: priesterinnen@utanet.at
Betreff: WOMEN PRIESTS

I AGREE WITH YOU, YOU ARE A REAL CATHOLIC PRIEST JUST LIKE MARTIN LUTHER WAS. HOWEVER WITHOUT THE POPE AGREEMENT YOU ARE CISMATIC, LONG AGO YOU WOULD GO TO THE STAKE AS HERETIC, NOWADAYS YOU ARE THE FERMENT IN OUR MACHIST RELIGION.wHY NOT a woman can be a sacerdote, where is the sin in it unless the Pope disobedience. In order to be roman apostolic catholic you should obbey the Pope, so you are a priest but not the kind admited by the Vatican.come to Brazil where is a lack of priests, our brazilian like to stay in RomeIf I was a woman I would start a strike against this macho-pope of ours, I would refuse to go to the church, waiting outside till they comprehend their pharisaism, that denies sacerdotal orders for other sex than male one.Not long ago there was a de genere inquisition in order to know if the jew blood was present on the postulant, is the same now if you are woman you can"t be a priest on they ideology.Is there anything mistic unrevealed like Fatima's secrets that forbids the woman to become a Pope? Rogério AbreuBrasilia - Brasil


Von: VDLambertz@aol.com [mailto:VDLambertz@aol.com]
Gesendet: Montag, 30. September 2002 22:10
An: priesterinnen@utanet.at
Betreff: [SOLIDARITÄT]

Liebe Schwestern,
obwohl ich/wir meinen, dass Gott nicht nur in der römisch-katholischen Kirche wirkt und erst recht nicht sich in ein Kirchenrecht einzwängen läßt, sondern dass es viele verschiedene Wege der sehr verschiedenen Kinder Gottes in Seiner großen Christen-Familie gibt, begrüße ich Ihren mutigen Schritt auch die römisch-katholische Kirche etwas in die Nähe des real wirkenden Gottes zu bringen ! Was Sie heute vollbringen wird morgen selbstverständlich sein und was heute die Kirchenhierarchie zu verhindern sucht, wird morgen als Sünde verurteilt werden, genauso wie die Hexenverbrennungen doch heute irgendwo mehr Zustimmung finden; so wird morgen ein anderer Papst sich bei Ihnen bedanken. Machen Sie weiter!!! ... zum Glück kann man Sie heute nicht mehr als Hexen verbrennen. Gott mit Ihnen ! Ob er mit Rom ist, da haben doch immer mehr und mehr Christen ihre ganz begründeten Zweifel... ebenso wie lange dieses alte Rom noch bestehen wird. Deshalb: Säen Sie die Zukunft weiter, nicht nur durch Ihr priesterliches Wirken, sondern durch weitere Weihen!
Schalom!
Dr. Volker David Lambertz
Freier Seelsorger
in der
Initiative Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft
und der Initiative Freie Christen

(EMail: Post@FreieChristen.de)


Von: GlasWilli@aol.com [mailto:GlasWilli@aol.com]
Gesendet: Dienstag, 1. Oktober 2002 10:00
An: priesterinnen@utanet.at
Betreff: Re: Newsletter 03/2002

Danke! Nochmals herzlichen Dank!!

Ich möchte Prof. Dr. Klaus Lüdicke fragen: Was kann man machen, wenn Bischöfe durch ihr unchristliches Verhalten einen Priester zum Überdenken bestimmter Dogmen buchstäblich zwingen, und wenn dann der Priester für diese neuen Erkenntnisse von eben diesen Bischöfen bestraft wird?

Ich würde Prof. Lüdicke gerne den genauen Sachverhalt übermitteln. Ich bitte um seine e-Mail-Adresse.

Liebe Grüsse

Willibald Glas
Ringbergstr. 71,
82054 Sauerlach
Fax: 08104 - 6 11 59
e-Mail: GlasWilli@aol.com


Sent: Friday, October 04, 2002 9:36 AM
Subject: Der Glaube der Kirche (Neuner-Roos, zweite Aufl.1948: Nr 680-682)

folgende e-Mail schickte ich gestern an Kardinal Friedrich Wetter. Er wird mir nicht antworten. Es könnte ber sein, dass er diese Mail wenigstens lesen wird. Das wäre schon ein Erfolg.
Liebe Grüsse!
yxyxy

Sehr geehrter Herr Kardinal,
die Weihe von sieben Frauen zu Priesterinnen macht es notwendig, auch über die Wirkung der Sakramente grundsätzlich nachzudenken. Dazu das folgende Fallbeispiel:

Ich erinnere mich, dass auch in einer "echten" hl. Messe der Empfang der heiligen Kommunion, als das vielgepriesene Heilmittel gegen die Sünde, keinerlei Wirkung zeigte. Vielmehr brachte es einem sehr eifrigen Missionar den Tod.

Dieser Mitbruder kam regelmässig zu mir zum Beichten. Und immer, weil er sich der Onanie schuldig gemacht hatte. Weder die sakramentale Lossprechung noch die heilige Messe mit dem würdigen Empfang der heiligen Kommunion, konnten ihm auch nur im geringsten helfen. Ich sah, wie dieser Mann darunter litt, wie es ihm immer schlechter ging. Wie hatte er doch an die Eucharistie geglaubt! Er wollte mit keinen Psychotherapeuten reden, und auch keinen guten Rat annehmen. Er vertraute einzig und allein auf die Vergebung seiner Sünden durch Beichte und Busse, und hoffte auf die Hilfe seines Erlösers und Heilands in diesem allerheiligsten Sakrament des Altares. Ich bin überzeugt, dass jener Missionar letzten Endes an der Nutzlosigkeit dieser â??echtenâ?? und keineswegs nur â??vorgetäuschtenâ?? heiligen Sakramente der Busse und der Eucharistie verzweifelt ist.

Dagegen lehrt das kirchliche Lehramt (also die Bischöfe):
"Die helfende Gnade ist notwendig, um beharrlich die schwere Sünde zu meiden" (Neuner-Roos: Der Glaube der Kirche in den Urkunden der Lehrverkündigung, 2. Auflage 1948, S. 362, Nr. 680-682).
Weiter heisst es:
"Keiner, mag er auch durch die Taufgnade erneut sein, ist zum Sieg über die Nachstellungen des Teufels und zur �berwindung der Begierde des Fleisches fähig, wenn er nicht durch die tägliche Hilfe Gottes die Beharrung im guten Wandel empfängt" (S. 367, Nr. 689). Gerade diese "tägliche Hilfe Gottes" wurde jenem Missionar nicht gewährt.

Bei dieser Gelegenheit kommen mir auch die bekannt gewordenen sexuellen Verfehlungen vieler katholischer Priester in den USA in den Sinn. Sie haben alle die â??echtenâ?? , also keine â??vorgetäuschtenâ?? katholischen Sakramente empfangen, und allem Anschein nach ebenso, wie jener Missionar in Afrika, aus dem Empfang der heiligen Sakramente keine wirkliche Hilfe erhalten, denn sie haben - trotz Busse und Eucharistie! - immer wieder Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht .

Ein Blick in die Statistiken der kirchlichen Eheschliessungen und der Ehescheidungen in Deutschland hätte die Bischöfe längst überzeugen müssen, dass die im â??echtenâ?? Ehesakrament der katholischen Kirche geschlossenen Ehen den Empfängern dieses wahren Ehesakraments keineswegs mehr Hilfe und Kraft geben, als das bei allen anderen sogenannten â??sündhaften" Eheschliessungen allein vor dem Standesamt, der Fall ist. Angesichts dieser Tatsache ist die Lehre der Kirche als nicht zutreffend widerlegt.

Im Laufe der Geschichte kam es durch solche und ähnliche Erfahrungen zu unnötigen Kirchenspaltungen und in Folge zu verheerenden Kriegen mit unzähligen von Toten. Erst in unserem Zeitalter wird das Gespräch mit den "getrennten Brüdern und Schwestern" gesucht, und das sogar auf allen kirchlichen Ebenen. Den Mitgliedern der eigenen Kirche wird dagegen von den Bischöfen der notwendige Dialog verweigert. Statt helfender und weiterführender Gespräche gibt es nur Drohungen und Strafmassnahmen, wie im Falle der sieben Frauen, die zu Priesterinnen geweiht wurden.

Die Erlebnisse mit jenem Mitbruder in Afrika (jetzt nachträglich noch bestärkt durch die Vorkommnisse in den USA und die Statistiken in Deutschland) hatten mich gezwungen, über Jesus, die Hl. Schrift und über das Priestertum immer wieder nachzudenken. Das geschah aus persönlicher Verantwortung für den Glauben und für die Kirche, und aus keinem anderen Grund. Dafür wurde ich im Jahre 1992 - also zehn Jahre nach der Veröffentlichung meines Buches! - wegen drei (!) aus dem Zusammenhang gerissenen Sätze von Kardinal Friedrich Wetter suspendiert und exkommuniziert. Mit den "getrennten Brüdern und Schwestern" sucht man das Gespräch auf allen Ebenen, aber die eigenen Leute werden exkommuniziert. Ein Ding der Unmöglichkeit.

Liebe Grüsse!
Willibald Glas
Ringbergstr. 71,
82054 Sauerlach
Fax: 08104 - 6 11 59
e-Mail: GlasWilli@aol.com


Gesendet: Samstag, 5. Oktober 2002 23:05
An: priesterinnen@utanet.at
Betreff: Weihe der Priesterinnen

ich habe heute im h3 den bericht über die Priesterinnenweihe gesehen, auch das Interview mit Frau Forster. Ich werde auch weiterhin verfolgen, inwieweit der katholische Klerus sich zu einer Diskussion stellt. Leider wird ja vieles abgewürgt, sodaß die Öffentlichkeit nichts mehr mitbekommt über eine grundlegende Aussage, die ich bis heute vom Vatikan vermisse. Ich wünsche Ihnen viel Glück für diese Reformation, da es sicherlich bei einer Umfrage sämtlicher Katholiken zu einem einschneidendem Ergebnis kommen würde, das unserem heiligen Vater wohl nicht gefallen würde. Ich bin nicht gegen die Entscheidungen unseres Papstes, aber wenn man auch für die Zukunft eine Entscheidung trifft wie unser Papst jetzt, dann muß man an der Unfehlbarkeit wohl zweifeln. Es gab viele Reformationen im Laufe der Zeit und man wird sie hoffentlich auch nicht aufhalten können. Ich wünsche Ihnen alles Gute auf diesem schweren Weg und hoffe in meinem Innersten, daß mit Gottes Hilfe eine richtungsweise Entscheidung für unsere Zukunft gefällt werden wird.

Peter D.


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Weitere Solidaritätserklärungen können an unser Organisationsbüro:
priesterinnen@utanet.at
unter dem Kennwort: SOLIDARITÄT
gemailt werden. Wir lesen diese Solidaritätserklärungen sehr aufmerksam und danken Ihnen allen sehr für Ihr Mitgehen auf diesem schwierigen Weg: Gleiche Rechte für Frauen in der römisch-katholischen Kirche.

Die Menge der Solidaritätserklärungen, die uns täglich erreichen, sprengt jedoch den Rahmen dieser Virtuellen Dioezese, wir drucken die Solidaritätserklärungen deshalb vorerst nicht mehr in der Virtuellen Dioezese ab, sondern sammeln sie in unserem Archiv.

 
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